INTRE Ausgabe III/2019

Status Quo HR:

WIE BEI DEN KOALAS

INTRE Kolumne Ausgabe 3/2019 von IRIS GORDELIK

Wir lieben alle diese niedlichen Tiere und man glaubt gar nicht, wie viel Ähnlichkeiten zu uns Menschen zu finden sind. Zumindest, wenn wir uns einmal bei den Protagonisten im HR – Human Resources – umschauen. Im Speziellen: bei der Mitarbeitergewinnung.

Die Medien sind seit Jahren voll von Berichten und Meldungen über den Fachkräftemangel, ausgelöst durch den demografischen Wandel. Jede Branche, jeder Berufszweig – natürlich auch Customer Management – findet nicht ausreichend Mitarbeiter für Wachstum oder Fluktuationsausgleich. Flankierend kommen die Überalterung der Belegschaft und die Besonderheiten der ganz Jungen dazu. Generation X, Y und Z sind halt total anders sozialisiert als diejenigen, die über deren Einstellung (gern) entscheiden (würden). Problem bekannt, Lösung nicht in Sicht. Koalas besitzen ein sehr gutes Hörvermögen. Sie sehen aber schlecht.

In Anbetracht der mangelnden Lösungen tun Manager halt, was Manager immer tun: Sie suchen unter ihres Gleichen nach Antworten. Koalas sind Baumbewohner. Man trifft sich auf Personalchef-Kongressen, statistische Erhebungen und Umfragen richten sich an HR-Vorstände. Dabei gibt es eigentlich auch genügend Statistiken über die Anforderungen, die Mitarbeiter heute an Unternehmen haben. Mobiles Arbeiten, Patchwork-Modelle, Homeoffice, Wertschätzung, Verwirklichung und Sinnhaftigkeit. Laut Statista bieten gerade einmal 30 % der Unternehmen in Deutschland ihren Mitarbeitern an, auch von zu Hause arbeiten zu können. Und laut Steelcase, die erste weltweite Studie über Mitarbeiterengagement und Arbeitsplatzzufriedenheit (www.steelcase.com), sind lediglich 13 % aller Mitarbeiter hoch motiviert. Koalas halten sich nur ungern am Boden auf und bewegen sich dann auch nur auf allen vieren vorwärts.

Den richtig durchschlagenden Erfolg sucht man vergebens. Ich habe mal nach „glücklichen Mitarbeitern“ gegoogelt. Und finde unter den TOP 10 fast nur Beispiele und Statistiken über Start-ups. Interessanterweise aber auch Berichte wie „Glückliche Mitarbeiter – erfolgreiche Unternehmen?“. Man denkt also zumindest schon einmal darüber nach, dass Happiness in der Belegschaft nicht nur Ringelpiez, sondern betriebswirtschaftlich elementar sinnvoll ist. Ob aus dieser Erkenntnis insbesondere im Customer Service einmal eine große Bewegung wird, bleibt abzuwarten. Allerdings: Wenn
Koalas einen Partner suchen, aber nicht den richtigen finden, geben sie frustriert auf und schlafen weiter.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe III/2019 der INTRE

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